Mit Geschichten lernen und verstehen wir einfacher:

Meine Methode lebt davon, dass unser Gehirn über Geschichten und innere Bilder viel besser lernt und versteht.

Denn, unser Gehirn mag Geschichten. Seit Jahrtausenden lernen Menschen über weitergetragene Geschichten. Geschichten helfen uns, Dinge zu verknüpfen. Ausserdem können wir über Geschichten Dinge quasi erleben; Geschichten sprechen wohl ähnliche Gehirnareale an, wie Erlebnisse, die wir selbst machen.

Mittels innerer Bilder können wir Gefühle besser verstehen und Erkenntnisse gewinnen, weil sie in eine für uns stimmige, auf unseren Erfahrungen basierende Geschichte eingebettet werden. Wenn wir zu unseren Problemstellungen und Fragen Bilder sehen, die ein für uns stimmige Lösung oder Erklärung skizzieren, fällt es uns leichter, sie nachhaltig für uns umzusetzen und entsprechende Schritte zu unternehmen.

Die Insight Journey ist ein imaginatives Verfahren, dass uns erlaubt, basierend auf unseren eigenen Bildern und Sinneswahrnehmungen Erkenntnisse zu gewinnen, Blockaden zu lockern und mögliche Lösungsansätze zu skizzieren. In der entspannten Reise nach Innen bekommen wir Zugang zu Ideen und Ressourcen, an die wir im Alltag nicht gedacht haben. Eine Insight Journey ist ein Tool zur Stärkung der Selbstwahrnehmung. Je besser wir uns selbst kennen und wahrnehmen, desto selbst bestimmter können wir private und unternehmerische Entscheidungen treffen.

Meine Methode ist eine Kombination aus systemischer Arbeit, Aufstellungsarbeit und imaginativen Prozessen. Anbei ein Beispiel von mir selbst, das ich Drachenreise genannt habe:

Die Drachenreise

Ich bin unruhig, möchte mich entspannen; aber die To-Dos rennen durch meinen Kopf. Mein Körper sehnt sich nach einer Gelassenheit, die vom Stress meiner Gedanken regelrecht aufgefressen wird: «Ich muss noch A erledigen, B planen und Z habe ich vergessen. Und sowieso, ich kann heute nicht rumliegen, ich habe einen Stapel Arbeit. Ich bin einfach zu wenig fleissig. Und wieso klingelt jetzt der Briefträger, er weiss doch, dass ich meine Pakete hingestellt haben möchte. Jetzt bellt der Hund wieder und ich muss ihn zuerst beruhigen, bevor ich entspannen kann. Aber eigentlich ist es schon zu spät, um noch zu entspannen, ich sollte noch einkaufen gehen.»
Mein Inneres dreht sich und ich beschliesse, dieses Gefühl zu erforschen.

Ich setze mich hin, schliesse die Augen und atme langsam und tief ein und aus. Ich lasse mich von sanfter Musik in einen Zustand tragen, in dem ich das Gefühl habe, nach innen, mitten in meinen Körper hinein blicken zu können.  Ich versuche, die Unruhe, die ich in meinem Bauch spüre, genauer anzusehen. Und da sehe ich eine eine Art Wolkensturm.

Der Wolkenknäuel in meinem Bauch ist teilweise hell rosa und dann auch dunkelgrau. Es dreht sich und es scheinen Blitze und Donner darin zu toben. Genau so fühlt sich die bedrohliche Unruhe an, die mich davon abhält, zu entspannen und heute einfach die Sonne zu geniessen.

Ich schaue genauer hin und erkenne, dass es keine Wolken sind. Sondern ein Drache. Ein wunderschöner Drache, dessen reptilienartiges Auge ich detailliert sehen kann. Er hat glänzende Schuppen.

Er ist voller Energie, in seinem rosablaufarbenen Inneren tobt ein Feuersturm. Aber er kann diese Energie nicht befreien, nirgends hin damit. Stattdessen beisst er sich in seinen eigenen Schwanz, während er sich im Kreis dreht. Sein hübscher Drachenschwanz ist schon ganz zerbissen.

Ich versuche, ihn zu streicheln, mich langsam anzunähern. Ich erkenne, wie viel Energie er in sich hat, mit der er nicht umzugehen weiss.

Und ich sehe mich selbst, in vielen Situationen, in denen ich mich gefangen fühlte. In Umständen, die ich nicht verändern konnte und denen gegenüber ich mich machtlos fühlte. Ich erkenne die Energie, die Erregung, die von Ohnmacht ausgelöst wird; dieser Art von Ohnmacht, die man fühlt, wenn man in Dingen gefangen ist, die einem nicht gefallen, nicht für einen stimmen und von denen man glaubt, sie nicht verändern zu können. Umstände, die sind, wie sie sind und damit auch Menschen, die sind, wie sie sind.

In dieser Situation ist es oft einfacher, sich selbst zu jagen, sich selbst verändern zu wollen und bei sich selbst die Fehler zu suchen; schliesslich kann man sich selbst am ehesten verändern, anpassen, herumjagen, um die Erregung abzubauen und das, was man als unpassend empfindet, zu korrigieren. 

Und so beisst sich mein Drache unaufhörlich in den Schwanz, jagt Aufgaben nach, die er erledigen soll, Dingen, die er besser machen soll, versucht Fehler zu vermeiden. Er glaubt, es ist besser, sich in den eigenen Schwanz zu beissen, als mit all seiner Energie nach Aussen zu treten und anzugreifen.

Es gelingt mir, ihn am Kopf zu streicheln ihm in die gelben Augen mit den schlitzartigen Pupillen zu blicken. Ich zeige ihm, dass er eigentlich ziemlich viel Platz hat, um herum zu fliegen. Er muss sich nicht mehr um sich selbst drehen, sich selbst jagen. Er kann sich entfalten und den Raum um sich herum nutzen, um die aufgestaute Energie zu entladen.

Ich bin erwachsen. Während ich als Kind darauf angewiesen war, mich in meinem Umfeld, meiner Erziehung, meinem Leben einzufinden und damit «gut» zu sein, kann ich mein Leben heute selbst gestalten. Ich muss mich innerlich nicht um mich selbst drehen und überall Dinge suchen, die ich an mir selbst verändern, besser machen kann. Ich bin selbstbestimmt und kann Entscheidungen treffen. Ich kann nicht alles verändern; ich bin Teil eines Staates, eines Systems, einer Gesellschaft, eines Umfelds. Aber zwischen den Dingen, die gesetzt sind, findet sich Spielraum, um mein Leben für mich passend zu gestalten.

Ich kann Orte verlassen, die mir nicht gut tun, kann Verhaltensmuster und Menschen meiden, die nicht zu mir passen. Ich kann mein Leben selbst gestalten. Ich muss nicht angreifen und auf Dinge losgehen, die für mich nicht stimmen oder mich wütend machen, aber ich kann eine Veränderung anstreben und dafür eintreten.

Ich habe Raum, um mein Leben zu gestalten und Konsequenzen zu ziehen. Ich kann mit der Energie der Erregung, die ich empfinde, wenn sich etwas nicht sicher und gut anfühlt, tanzen und herausfinden, wie ich gelassen bleibe und was mir gut tut.

Während ich mir bewusst mache, dass ich meinen Raum, mein Leben nun selbst bestimmt gestalten kann, entspanne ich innerlich. Ich sehe meinen Drachen nun neben mir fliegen, er begleitet mich. Sein Feuer brennt, aber er hat genug Platz, um die aufgestaute Energie zu entladen. Er muss sich nicht mehr ständig selbst in den Schwanz beissen.

Es ist sicher für mich, Entscheidungen zu treffen und mein Leben selbst bestimmt zu gestalten. Und es ist sicher für meinen Drachen, um mich herum frei zu fliegen.

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